Satanismus
witchboard.net beschäftigt sich
nicht mit Satanismus - doch der Grund für
diese Seite
ist, da viele (unwissende) Menschen "Okkultismus" bzw.
Witchboard
mit dem Thema
Satanismus unbegründet in Verbindung bringen.
Daher wenige Sätze über das wohl meist besudelte Thema:
Der Satanismus existiert schon sehr lange, jedoch nicht solange wie das Christentum. Vielleicht in früherer
Form unter anderen Umständen, denn wo etwas Gutes ist, ist auch etwas Böses. Doch wie böse ist der Teufel?
Meiner Meinung nach ist der Teufel - oder Satan - nur ein Metapher. Ein Gegenspieler Gottes, woher er seinen
lateinischen Namen hat. Zu erklären, warum es nun den Teufel für das Christentum gibt, oder nicht, liegt nicht
in meinem Ermessen. Zu sagen ist nur, daß der
moderne Satanismus nicht mehr viel mit dem Satanismus
aus dem Mittelalter - also den klassischen Satanismus - zu tun hat.
Der klassische, mittelalterliche, "böse" Satanist opfert(e) Tiere, Menschen um seinem dunklen Gott zu
huldigen. Wiederum würde der moderne Satanist soetwas nie tun.
Um genaueres über den Satanismus und
Anton Szandor LaVey zu erfahren, bitte ich, deren Homepage
wahrzunehmen:
Church of Satan
Längere Fassung, Quelle: Unbekannt
"Es war einmal", so beginnen alle Märchen. Auch das Märchen vom Teufel mit dem Pferdefuß und den Hörnern.
Ekeleregender Gestank, rote Farbe und abscheuliche Gestalt sind Atrtribute mitttelalterlichen Aberglaubens
Heute natürlich nicht mehr - oder doch? Was ist der Teufel für uns ? Ein einfacher Begriff den wir erfunden
haben um unsere Kinder zu erschrecken, oder einfach das personifizierte Böse. DAS in was wir alles Böse das
wir kennen packen?
Der praktizierte Satanismus
Erwähnt werden satanistische Gehimkulte in Gerichtsprotokollen zur Zeit Ludwigs XIV in Paris. In höheren
Gesellschaftskreisen wurden Schwarze Messen abgehalten, die dazu dienen sollten, mit Satanskraft Menschen
zu töten bzw. erotische Beziehungen zu stören oder herzustellen. Bei diesen Ritualen ist das Blut von
ermordeten neugeborenen Kindern verwendet worden. Weiter half man der Magie mit Gift nach zb. um den
Nebenbuhler zu beseitigen. Im 18. Jh. zeigte er sich mehr in Dichtung und Literatur, Satan als Befreier
der Menschen von Zwängen der Kirche und Gesellschaft.
Hier bildete sich ein sogenannter Protestsatanismus heraus. Er geht von einer christlichen Grundlage aus,
seine Anhänger wollen sich aber mit Satan in seiner Auflehnung gegen Gott und Jesus Christus zusammentun,
ihre Rebellion mit seiner vereinigen.
Aleister Crowley und der Neosatanismus
Im 20. Jh. entwickelten sich dann satanistische Bewegungen die sich in der Regel auf den Engländer Aleister
Crowles (1875 - 1947) beziehen. Aleister Crowley gilt als Begründer des Neosatanismus. Grundgesetz des neuen
Zeitalters wurde : Tu, was du willst, das sei das ganze Gesetz. Im heute bei uns autretenden Satanismus finden
wir alle Elemente aus den Bereichen des Aberglaubens, der Magie und des Hexenglaubens. Vor allem die jungen
Satansanbeter glaubten an Satan als Person. Bei anderen Satanistan geht es nicht um den Leibhaftigen. Der
Begriff Satan ist vielmehr zum Symbol für eine Geisteshaltung geworden. Einige weitere Punkte aus dem Gesetz,
die wichtig sind, weil heutige Satanisten sich daran orientieren und danach handeln:
AL III/12: Opfere Vieh, klein und groß, nach einem Kind.
24: Das beste Blut ist vom monatlichen Mond (ist wohl Menstruationsblut gemeint), dann das frische Blut eines
Kindes oder Tropfen vom himmlischen Wirt, dann Blut von Feinden, dann das des Priesters oder Anbeters, endlich
eines Tieres, gleich welches.
43: Das Scharlachweib soll sich hüten! Wenn Mitleid, Bedauern und Sanftmut ihr Herz versuchen, wenn sie mein Werk
verläßt, um mit der alten Süße zu spielen; dann wird meine Rache offenbar. ich werde mir ihr Kind erschlagen,
ihr Herz werd ich entfremden ...
51: Mit meinem Falkenkopf pick ich nach Jesu Augen, da er am Kreuz hängt.
55: Lasset die unbefleckte Maria gerädert und zerrissen werden, um ihretwillen sollen alle keuschen Frauen unter
Euch verachtet sein."
Nach Haack sind Crowleys Ideen als eine Mischung aus neugnostischem Geheimwissen, altägyptischen Traditionslementen
und indischem Geistesgut anzusehen. Letztlich ist der Mensch Gott dieser Welt und seinem Willen als einzigem Gesetz
unterworfen. Das alte christliche Zeitalter mit seiner nach Auffassung Crowleys lebensverneinenden und
weltfeindlichen Religion sollte im neuen Zeitalter, dem "Äon des Horus", das 1904 mit der "Offenbarung" des
Liber Al vel Legis beginnt, überwunden werden. Die wahren Freien, die Initiierten (d. h. Eingeweihten,
Erleuchteten) sind die -Vorkämpfer zur Befreiung der Welt aus den bisherigen Beschränkungen und Bindungen.
In einem neuen Sittengesetz sollten die überkommenen Gesetze und Moralvorstellungen, die das Fortschreiten der
Menschheit zu einer vollkommeneren Bewußtseinsstufe verhindern, aufgehoben werden.
Crowley, der sich selbst nach der Offenbarung 13, 18 als "das Große Tier" (the Master Therion von griech.:
to mega therion), bezeichnete, leitete den "Orden Templi Orientis" (OTO) und nahm nach einer von den Templern
verehrten Teufelsfigur den Namen "Baphomet" an. Er praktizierte seine von ihm entworfenen sexualmagischen Riten
mit blutrünstigen Tieropfern und allen Oberhaupt nur vorstellbaren Scheußlichkeiten in seiner Abtei Thelema auf
Sizilien ( 1920 - 1923). Die "Thelemiten" hatten verschiedene Übungen zu durchlaufen. jeder war verpflichtet,
das magical record (Tagebuch) zu führen, das dem "Tier" zur Begutachtung vorgelegt werden mußte. Außenkontakte
waren bis auf ein Minimum reduziert. Zeitunglesen war verboten, Immer wenn einer der Neophyten (= Schüler) das
Wort ICH gebrauchte, mußte er sich mit einem Rasiermesser in den Arm schneiden. Über seine Anhänger übte Crowley-
eine grausame und totale Herrschaft aus. Wenn es seinem Willen entsprach, verurteilte er sie auf magische Weise
zum Tode. 45
Das Leben in der Abtei auf Sizilien glich einem endlosen Hexensabbat, und Neuankömmlinge erhielten als
Willkommensgruß die Hostien des Crowleyanismus; sie waren aus "Ziegenscheiße", wie ein Gast bemerkte.
Geschlechtsflüssigkeiten erhielten sakrale Funktion (Praktik entstammt dem linkshändigen Tantrismus),
und Crowley setzte als sogenanntes Ekeltraining den Verzehr von Exkrementen ein. Crowley: "Durch diese Rituale
soll sich der Magier die hintergründigen Energien des Kosmos unterwerfen und so seinen Willen immer schrankenloser
verwirklichen können. Darüber hinaus sollen ihm die Riten zur Erfahrung seiner eigenen Göttlichkeit verhelfen."
Satanismus am Ende des 20. Jahrhunderts
In den Blick gekommen ist der Satanismus dem "Normalbürger" unserer Zeit erstmals, als im Jahr 1969 Nachrichten
von rituellen Tötungen an acht Menschen in Kalifornien, u. a. an der Schauspielerin Sharon Tate, aufschrecken
ließen. Charles Manson, der sich selbst als Teufel und Christus zugleich bezeichnet, war mit seiner Satansgruppe
dafür verantwortlich.
Manson stand in der Tradition von Aleister Crowley. In der neosatanischen Solar Lodge des lean Brayton war er
mit Tieropfern und Kindesmißhandlungen vertraut geworden. Langsam trat der Satanismus dann den Weg in unsere
Breiten an. Berichte in den Medien, Kino- und Videofilme sowie die Musikbranche haben den Transfer mitbesorgt.
Der Mensch - in christlicher Vorstellung Teil der Schöpfung Gottes - ist im neosatanistischen Denken Gott selbst,
absolut autonom. Mit Hilfe der im Zusammenhang mit der Abtei Thelema beschriebenen crowleyanischen Methoden
versuchen die Anhänger, sich von den anerzogenen Wertvorstellungen und Prägungen zu befreien, durch okkulte
Praktiken ihre Zukunft in den Griff zu bekommen, sexuellen Lustgewinn zu steigern und Macht über Menschen zu
bekommen. Angestrebt ist die Freisetzung von Kräften, die Erweiterung des Bewußtseins und der Zugang zu
übersinnlichen Erfahrungen. Ziel ist das Erleben der eigenen Göttlichkeit.
Beliebtes Ritual der Satanisten ist die sogenannte Schwarze Messe. Sie wird zu Ehren Satans weitgehend in
Anlehnung an die katholische Meßfeier, allerdings im Sinne der vorgenannten Umkehrung wenigstens teilweise
rückwärts gelesen. Die Schwarze Messe wie auch andere satanistische Rituale dienen zwar einerseits der
Verherrlichung Satans, doch ist gleichzeitig beabsichtigt, sich Satan gefügig zu machen.
Eine ehemalige Satanistin hat zwei Rituale wie folgt beschrieben:
- 1. Eine Opferungs- und Schändungsritualmesse In der Mitte des Raumes stand ein großer viereckiger Tisch.
Darum gruppierten sich die sieben Priester. Auf dem Tisch befanden sich ein siebenarmiger Kerzenleuchter,
eine goldene Schale, Räucherwerk, ein altes Buch, ein goldenes Messer und eine Hostie (geweiht, aus der Meute
werden Leute beauftragt, diese aus Kirchen zu stehlen). Ein Meßdiener hielt ein schwarzes Huhn bereit.
Zunächst sprachen alle ein gemeinsames Satansgebet, daß der "Herrscher der Finsternis" das Opfer annehmen möge.
Dann las der Hohepriester Formeln aus dem alten Buch, die außer ihm niemand verstand. Schließlich spießte er
die Hostie auf das Messer, und alle sprachen: "Thes, red Biel Itsirhc". (Rückwärts: "Seht, der Leib Christi.")
Danach wurde die Hostie in die Schale gelegt, und der Meßdiener brachte das Huhn, welches dann über der Schale
geschächtet wurde. Dabei wurde ständig auf die Hostie eingestochen und ein magisches Wort der Opferbereitschaft
gemurmelt. Als das Huhn ausgeblutet war, tranken die Priester nacheinander den Blutsaft. Anschließend küßte
jeder jeden. Das ganze nahm dann orgiastische Ausmaße an.
- 2. Eine Magieritualmesse
Auf dem Fußboden wurde ein Kreis mit Kreide gezogen, der mit magischen Zeichen versehen war. In der
Mitte des Kreises lag eine Puppe aus Wachs. Am Rande desselben brannte ein magisches Feuer. Der Hohepriester
erhitzte darüber eine Säbelspitze. Dabei wurde eine Formel gemurmelt, die die Macht Satans herbeirufen sollte.
Alle berührten einander, so daß ein geschlossener Kreis entstand. Als der Hohepriester meinte, daß der Säbel
genug über die Flamme gehalten wurde, hob er ihn hoch und zeichnete ein umgekehrtes Kreuzzeichen in die Luft
und andere satanische Zeichen. Dann stach er den Säbel mit einem bestimmten Aufschrei in die Wachspuppe.(Mit
der Wachspuppe ist eine bestimmte Person gemeint, die durch dieses Ritual getötet werden soll). Anschließend
ritzte sich jeder mit dem Messer die Hand auf und ließ ein paar Blutstropfen in den Kreis fallen mit den Worten
: "Natas ni snu, Nema" ("satan in uns, amen")
Satansorden und -logen
Allem Anschein nach spielt der Ordens-Satanismus im Vergleich zum ungebundenen Satanismus eine sehr
untergeordnete Rolle. Beobachter schätzen die Mitglieder organisierter "Satanslogen" und "-kirchen" im
deutschsprachigen Raum auf höchstens tausend, für Deutschland liegt die Zahl der vermuteten Mitglieder bei
fünfzig, wobei ein Umfeld von Interessierten und Sympathisanten zu berücksichtigen ist. Folgende Orden sind
zu erwähnen:
"Ordo Templi Orientis" (O.TO.)
Der 0.T.0. wurde im Jahre 1901 durch den Wiener Okkultisten Karl Kellner (1850 - 1905) und dem Theosophen Franz
Hartmann gegründet. Nachfolger Kellners war bis 1921 Theodor Reuß (u. A. Geheimname: "Merlin Peregrinus"), der
1912 A. Crowley zum Großmeister des 0.T.0. ernannte. Crowley gründete in der Folgezeit (bis 1919) in Nordamerika
einige 0.T.0. Gruppen, deren Reste heute noch bestehen. Nach seiner Rückkehr nach Europa wurde Crowley im Jahre
1922 Leiter der Gesamtorganisation des 0.T.0. Die Arbeit des 0.T.0. ist durch Sexual-Magie bestimmt. Das Mitglied
durchläuft eine Reihe von Einweihungsgraden. Zunächst sind zur Einführung in die Lehre vier Grade zu erwerben,
während die weiteren Grade durch Berufung verliehen werden.
"(First) Church of Satan" (CoS)
Die CoS wurde 1966 durch Anton Szandor LaVey (geboren 1930, ehemaliger Löwenbändiger, Organist und
Polizeiphotograph) gegründet. Die"9 Satanic Statesments" dieser"Kirche" heißen:
- 1. Satan repräsentiert Zügellosigkeit anstelle von Abstinenz!
- 2. Satan repräsentiert die vitale Existenz anstelle spiritueller Hirngespinste!
- 3. Satan repräsentiert unbefleckte Weisheit anstelle von heuchlerischer Selbsttäuschung!
- 4. Satan repräsentiert Gefälligkeit gegenüber denen, die sie verdienen, anstelle von Liebe, die an Undankbare
verschwendet wird!
- 5. Satan repräsentiert Rache anstelle des Hinhaltens auch der "anderen Wange"!
- 6. Satan repräsentiert Zurechnung der Schuld an die Verantwortlichen anstelle der Sorge um psychische
Blutsauger!
- 7. Satan repräsentiert den Menschen als ein Tier unter anderen, manchmal besser, aber viel häufiger
schlechter als jene, die auf allen vieren gehen; und das aufgrund seiner "göttlichen, spirituellen und
intellektuellen Entwicklung" das bösartigste von allen Tieren geworden ist!
- 8. Satan repräsentiert alle sogenannten Sünden, sofern sie zu physischer, geistiger und emotionaler
Befriedigung führen!
- 9. Satan ist schon immer der beste Freund der Kirche, da sie ihn die ganze Zeit über im Angebot hatte!
(nach einer über das Internet verbreiteten Fassung - vgl. HansJürgen Ruppert.)
Die Rituale der coS haben blasphemischen und obszönen Charakter. Josef Dvorak, ein Vertreter dieser Szene,
der sich selbst als Satanologen bezeichnet, schildert die "Schwarze Messe" der CoS so: Als liturgische Musik
spielt eine Orgel Werke von Bach oder Palestrina; unter dem Bild Baphomets hängt über der nackten Frau ein auf
den Kopf gestelltes Kruzifix. Als Hostie dient ein Rübenschnitzel, das Weihwasser wird durch den Urin einer
als Nonne verkleideten Hexe ersetzt ... Im "Gloria" der "Schwarzen Messe" wird Satan verherrlicht als "Domine
Satanas, Rex Inferus, Imperator omnipotens". "Das Vaterunser" wird zu Satan gesprochen und die vom Priester
geweihte Rübenhostie wird unter blasphemischen Schmähungen lesu als Sklavengott bespien und zertrampelt.
Der Meßkelch wird den Gläubigen gereicht mit den Worten: "Seht den Kelch der Fleischeslust, der Lebensfreude."
Mit dem Satanssegen, bei dem der Priester mit der linken Hand die Teufelshörner formt, endet die "Schwarze Messe"
der "First Church of Satan".
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LaVey ist der Verfasser der"Satanic Bible" (1969). Die CoS (lt. eigener Angaben im Internet Mitte der 90er fahre
10 - 20.000 Mitglieder) ist in sog. "Grottos" (Grotten, Höhlen) organisiert. Die Zentrale der CoS befindet sich
in San Franzisco. Eine deutsche Niederlassung, die "Totenkopf-Grotto e.V.", befand sich bis 1996 in Dortmund und
hat sich angeblich in "Circle of Hagalaz" umbenannt.
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Temple of Set
Der Anführer der größten Grotto der CoS, der "Lilith-Grotto", Michael A. Aquino, Oberstleutnant der Reserve,
gründete 1975 mit einem Teil seiner Anhänger die Satanskirche "Temple of Set". Er beruft sich auf A. Crowley
und gibt an, durch den "Herrn der Finsternis" selbst beauftragt zu sein. Aquino hält den Namen "Set" für den
von den Hebräern aus Ägypten mitgebrachten Satans-Namen
Fraternitas Saturni (FS)
Sie wurde 1928 von Eugen Grosche (1888 - 1964, Logenname: "Gregor A. Gregorius") gegründet und beruft
sich ebenfalls auf Crowley und sein "thelemitisches Gesetz". Obwohl Grosche von Aleister Crowley tief
beeindruckt war, "kann von keiner Totalidentifikation mit dem Crowleyanismus die Rede sein." Im ganzen gesehen,
bietet die "Fraternitas,Saturni" einen seltsamen Synkretismus aus den vielfältigstenQuellen: Theosophie,
Freimaurerei, Luziferianismus, Astrologie, Crowleyanismus, Sexualmagie des 0.T.O., indisches Yoga und
mittelalterliche Alchemie. Im wesentlichen sind zwei Elemente deutlich: "zunächst ein gnostischer Erkenntnis-
und Einweihungsweg, in dem das luziferianische Prinzip' eine wichtige Rolle spielt, zum anderen die Sexualmystik
und die daraus resultierenden sexualmagischen Rituale". "Neben der Sexualmagie gibt es noch eine große Anzahl
logenartiger, mystisch-magischer Rituale. 1969 wurde eine Liste mit zwanzig "Sakramenten" veröffentlicht. Viele
Rituale enden mit dem Satz: Vernehmet das Gesetz des neuen Äons: "Tue, was du willst! Das ist das ganze Gesetz,
und das Wort des Gesetzes ist: THELEMA!" (Massimo Introvignel Eckhard Türck)
Ab 1950 arbeitete Gregorius intensiv am Aufbau seiner Loge, in der es nach seinem Tod zu extremen
Auseinandersetzungen kam.
Ordo Saturni
1980 spaltete sich von der "Fraternitas Saturni" der "Ordo Saturni" ab. Unter weiterer Anerkennung der
"Fraternitas" will der "Ordo Saturni" eigene Wege entwickeln. In einer Broschüre des Ordens steht: "Der
Orden unterstellt sich dem Planetendemiurgen Saturn, denn Saturn ist für ihn nicht der Unglücksbringer',
sondern Saturn gibt den einzig richtigen Impuls zu einer wahren esoterischen Evolution. Durch die magisch
rituelle Tempelarbeit stellt sich der Orden auf die höhere Sphäre des Saturn ein. Die Aufgabe des Ordens
ist, die Brüder und Schwestern aus ihrer Versklavung und Versumpfung des Materiellen zu befreien und sie zur
geistigen Vollkommenheit zu führen. Durch Nacht zum Licht. "Mitarbeit im Orden bedeutet somit, an seiner
eigenen Höherpolung zu arbeiten, um dadurch einen Beitrag zur Evolution der Menschheit zu leisten." Trägerverein
für den Orden ist die "Esoterische Studiengesellschaft Bersenbrück e.V." Aktivitäten des Ordens sind heute
in Dortmund und Aachen bekannt. Der "Ordo Saturni" wehrt sich vehement dagegen, in einen Topf mit Satanismus
geworfen zu werden.
Thelema-Orden/Netzwerk Thelema:
Der geistige Führer ist der am 16. 2. 1949 in Berlin geborene Michael D. Eschner. Er befaßt sich seit
fahren mit den Lehren von Aleister Crowley. In der Vereinssatzung des ThelemaOrdens e.V. Berlin wird Eschner
als der "vorausgesagte Nachfolger" von Aleister Crowley bezeichnet. Eschner hält sich für die 16. Inkarnation
Crowleys und für dessen Erben. Der Orden, 1982 in Berlin gegründet, hat die Verbreitung der Lehren des Liber
Al vel Legis zum Ziel. "Bis auf das letzte Rülpsen war das Leben in der ABTEI Thelema in Berlin ein Aufguß von
Crowleys Treiben in Cefalu/Sizilien.“ Urin trinken, Kot essen (als Ekeltraining), Vorlegen des magischen
Tagebuches an Eschner, Selbstverletzungen usw. Da die Gruppe in Berlin erhebliche Schwierigkeiten mit den
Behörden, Gerichten und Kirchen bekam, ist sie abgewandert und seit Juli 1986 im Raum Lüchow-Dannenberg ansässig.
Die Anhänger- leben in Wohngemeinschaften. Zentrum ist Bergen/Dumme. Wie Eschner 1985 in seinem Buch "Netzwerk
Thelema - die geheimnisvoll-spektakulären Wege aus der Roboter-Einfalt zur Vielfalt der Erleuchteten" sagt:
"Die Abbey Thelema ist aufgelöst. Es gibt jetzt im ganzen Land viele kleine Gruppen" (Evolutionszentren).
Laut Eschner ist das "Netzwerk Thelema" im wesentlichen auf den Schriften und Lehren des Magiers und Mystikers
Aleister Crowley gegründet. Ein Verlag (Johanna Bonner u. Co.), eine Druckerei, ein Musikstudio, Konzertagentur,
Wahrsagedienst, ein New-Age-Laden sind angegliedert, und man befaßt sich mit Herstellung und Vertrieb von
Computer/Hard- und Software, Büromaschinen und Kassetten, Im- und Export sowie der Monatszeitschrift "Netzwerk".
Ausbildung bieten ein NEON- und ein IDEEInstitut (Institut für Dynamische Evolutions-Entwicklung) in Form von
Kursen zur persönlichen Weiterentwicklung an in den Bereichen Magie, Sexualmagie, Yoga, Runenmagie, Meditation,
Tarot usw. Erlernen von Astralreisen, Beschwörungsund Wahrsagetechniken, Lösung aller persönlicher Probleme,
Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, Energie, Kreativität, Weltoffenheit, Selbstbewußtsein und Lebenskraft
werden verheilen (sozusagen alles ... ).
Laut Eschner können Verführung oder Vergewaltigung für den Beteiligten Emanzipation oder Erleuchtung sein, Ehebruch,
Inzest und Päderastie (Knabenliebe) können als Mittel zur "Befreiung" und "lnitiation" eingesetzt werden, wie
Alkohol und andere Drogen. Ehemalige berichten von Pflicht-Alkoholexzessen im Rahmen der Schulung, von
Gehorsamseid an einen zugewiesenen Höherstehenden, von sexuellen Exzessen, sexuellen Zwangshandlungen,
Ekeltraining, Körperverletzung (z. B. wurden Zigaretten an der Brust von Mädchen ausgedrückt), Schlafentzug,
gefährlichen Meditationspraktiken ... Michael D. Eschner wurde durch die Zweite Große Strafkammer des
Lüneburger Landgerichts am 3. 7. 1992 wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Körperverletzung zu einer
Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Revision wurde am 17. 8. 1992 vom Bundesgerichtshof
zurückgewiesen. M. Escher hat mittlerweise seine Haftstrafe verbüßt und befindet sich auf freiem Fuß.
Die große Schwierigkeit, warum solchen Leuten wie Eschner das Handwerk so schwer gelegt werden kann, ist
die Zurückhaltung Betroffener, Aussagen zu machen. " Aus Angst wird nicht um Hilfe gebeten, aus Angst wird
nicht ausgesagt, und Angst versperrt den Weg zur Polizei.
Quelle: Unbekannt